Im Internet werden Daten gesammelt – das ist nichts Neues.
Bei jedem Seitenaufruf, jeder Suchanfrage oder Transaktion hinterlassen wir Spuren im Netz. Wir geben ein Stück Identität preis, indem wir unsere Interessen offenbaren.
Laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens Comscore, die von der New York Times in Auftrag gegeben wurde, werden pro User bis zu 811 Daten monatlich erfasst.
Darunter unter anderem Wohnregion, Vorlieben und Geschlecht eines Nutzers - abhängig von seinem Verhalten im Netz.
Der Sinn des Sammelaktionismus großer Internetanbieter wie Google und Co ist schnell erkannt:
Die gesammelten Verhaltensdaten werden gewinnbringend vermarktet.
Firmen, die ihre Ware oder Dienstleistung verkaufen wollen, profitieren von damit erstellten Benutzerprofilen. Durch diese wird es möglich, maßgeschneiderte Werbemaßnahmen ausschließlich einem der Zielgruppe entsprechenden Kreis potentieller Kunden zu präsentieren, was sich letztendlich als effizient erweist und Werbekosten spart.
Man entkommt ihr schwer - der aufdringlichen Werbung, die plötzlich aufpoppt, gerade dann, wenn man endlich die interessante Information gefunden hat, nach der man gesucht hat.
Flashbanner funkeln aus jeder Ecke der großen Internetportale. Mit Blinken und oftmals sogar Sounds versuchen sie unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen.
Werbung im Internet nervt - in diesem Punkt sind sich die Internetnutzer einig.
Doch woher diese Flut an Werbebannern kommt und wie es die Werbebetreiber schaffen, die Werbung so herrlich benutzerbezogen anzubieten, wissen die wenigsten.
Dies ergab auch eine zu dieser Thematik geführten Umfrage unter Internetnutzern zwischen 20 und 35 Jahren.
Ohne Cookies wären Datensammler arm dran.
Denn erst die kleinen Datenpakete ermöglichen es, das Surfverhalten eines Internetnutzers zu verfolgen, ihm damit ein Profil zu geben und ihn interessant für Werbeangebote zu machen, die via Banner– und Anzeigenwerbung benutzerspezifisch ausgegeben und geschickt platziert werden.
Man spricht von "Behaviour Targeting".
Da wundert es kaum Jemanden, dass ein junger, technikinteressierter Mann mit Autowerbung und Elektrogeräten konfrontiert wird, wo eine Frau gleichen Alters im Gegenzug Outlet-Shoppingstores und den neuesten Maskara-Trend vorfindet.
Den Begriff "Cookie" haben die meisten Internetuser schon einmal gehört, was sich allerdings dahinter verbirgt ist größtenteils unklar.
Cookies sind kleine Textdateien, die beim Aufruf einer Seite meist unbemerkt geladen werden und clientseitig, das heißt auf der Festplatte des Internetusers, gespeichert werden.
Sie enthalten keinerlei Informationen über den Benutzer selbst, allerdings wird erst durch das Setzen von Cookies ermöglicht, den User auch über einen Neustart des Rechners hinweg zu "verfolgen" und seine Surfgewohnheiten im Netz zu dokumentieren.
Die mittels Cookies erfassten Daten werden dabei serverseitig gespeichert. Der normale User bekommt diese nie zu Gesicht und bleibt somit im Unklaren, was genau erfasst wurde.
Cookies sind einerseits notwendig, um das Internet in vollem Umfang nutzen zu können, andererseits erscheinen sie bedrohlich. Grund ist das Halbwissen und die vielen Gerüchte, die um ihre Existenz kursieren.
Komfortabel, praktisch, gut ?
Der Onlinemarktplatz Amazon ermöglicht durch geschicktes Setzen von persistenten Cookies seinen Besuchern großen Komfort.
So werden wiederkehrende Nutzer namentlich begrüßt. Sie bekommen passendes Zubehör beispielsweise zur Digitalkamera, die vor einiger Zeit dort gekauft wurde, präsentiert oder aber neue CDs der Lieblingsband oder scheinbar passender anderer Musik. Ein Merkzettel kann angelegt werden und sogar Wunschzettel können online abgespeichert und Freunden zugänglich gemacht werden. Einstellungen und Präferenzen des Users werden dauerhaft gespeichert.
Es ist nicht kompliziert herauszufinden, welche Cookies auf dem eigenen Rechner angelegt sind und was sich dahinter verbirgt.
Jedes Cookie ist gleich aufgebaut und gibt Aufschluss über folgende Daten:
So spüren Sie die Dateien auf
Die gängigen Browser legen einen Ordner auf der Festplatte des Benutzers an, der jedes gesetzte Cookie enthält. Je nach Browser und Betriebssystem ist der Speicherort auf der Festplatte unterschiedlich.
Auffindbar sind die vorhandenen Cookies auch direkt im Menü des verwendeten Browsers:
Windows:
Mozilla Firefox: Extras > Datenschutz > Cookies anzeigen
Internet Explorer 7: Extras > Internetoptionen > Allgemein > Browserverlauf Einstellungen
Mac OS X:
Firefox > Preferences > Privacy > Show Cookies
Safari > Einstellungen > Sicherheit > Cookies anzeigen
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Auswertung der Umfrage als PDF-Datei
© Simone Först | 2009